Nativer Linux Stick

Wäre es nicht sinnvoll, ein komplett installiertes Linux System auch mit persönlichen Daten wie eMails ohne zusätzlichen Rechner z.B. am Schlüsselbund immer dabei zu haben und dieses bei Bedarf auf nahezu jedem gerade verfügbaren Intel-Rechner laufen lassen zu können?

 

Die hier angefügte Anleitung beschreibt ein Verfahren, wie man eine normale Komplettinstallation auf einem bootfähigen USB-Stick erstellen kann. Diesen kann man an fast jedem Rechner (ohne aktivem UEFI) anstecken und davon Booten. Anschließend ist man in der Lage wie mit einer herkömmlichen Linux Installation auf dem Wirtsrechner zu arbeiten. Die Partitionierung des nativen Sticks ist für einen möglichst breiten Einsatz auch auf alten Rechnern (nicht älter als 2006) ausgelegt. Diese kann selbstverständlich an die eigene Bedürfnisse angepasst werden. Der Stick selbst kann auch als UEFI-Variante (über UEFI-Wirtsrechner) erstellt werden. Dieser läuft dann aber auch nur auf UEFI-Rechner.

Da die USB Sticks jedoch gerne verloren gehen oder irgendwo steckenbleiben ist die Verschlüsselung der Home-Partition zum Schutz der eigenen Daten zwingend erforderlich.

Bootfähige Sticks mit Speichermöglichkeit sind nichts Neues. Schon im Jahr 2007 gab es Sticks, wie der hier abgebildete Mandriva 2GB Stick mit Linux Mandriva 2007 und Kernel 2.6.17. Dort standen neben 1,3 GB für das System rund 700 MB für die eigenen Dateien zur Verfügung. Dieser Stick kostete damals im Januar 2007 rund 80€!

 

 

Heute sind die Sticks wesentlich leistungsfähiger und kommen mit ihrer Speicherkapazität schon in Bereiche, die man auch in normalen Notebook verbauten Festplatten wiederfindet. Daher haben wir uns des Themas nochmals angenommen und versucht, eine normale Linuxdistribution auf einem Stick zu installieren, welche sich ganz normal wie eine herkömmliche Variante auf dem Notebook verhält und Nutzen lässt.

Natürlich kann der Stick keinen vollwertigen Rechner ersetzen. Durch die Verwendung der USB-Schnittstelle ist die Datenübertragungsrate des Sticks begrenzt. Daher empfiehlt es sich einen möglichst schnellen Stick für die native Installation auszuwählen. Weiterhin ist die Speicherkapazität auf die Größe des Sticks begrenzt. Auch ist zu Bedenken, dass die Lebensdauer eines Sticks geringer ist als die von einer z.B. im Rechner verbauten SSD. Anstelle eines Sticks kann man auch externe SSDs verwenden, dies ist aber nicht Gegenstand dieser Betrachtung.

Wir haben exemplarisch für die native Installation 2 USB 3.0 Sticks verwendet. Von SanDisk jeweils eine 32 GB und 256 GB Variante. Als Wirtsrechner haben wir einen Fujitsu E780 und ein ACER One D260 eingesetzt.

 

Erstellung mit dem Fujitsu E780:

Der 32 GB Stick verhält sich beim Booten und späteren Betrieb unauffällig. Natürlich ist die home-Partition mit rund 10 GB freiem Platz etwas klein, reicht wohl aber je nach Anwendungsfall. Der USB 3.0 Stick arbeitet recht zügig auch an einer USB 2.0 Schnittstelle mit annehmbarer Geschwindigkeit.

Der 256 GB Stick bleibt beim Booten rund 3 Minuten stehen, bevor er den Bootvorgang abschließt und normal startet und funktioniert wie die 32 GB Variante. Dieses Verhalten zeigt sich auch beim Booten mit einem LENOVO T420.

 

Erstellung mit dem ACER One D260:

Wenn man nun den auf einem i5 Rechner erstellten Stick mit dem ACER bootet, zeigt sich der 3 Minuten Effekt nicht, allerdings wird der Grafikmode nicht aktiviert und man landet beim Eingabeprompt. Da aber auf diesem Rechner schon nativ openSUSE Leap 15.4 installiert war und dieses dort normal funktioniert, haben wir den ACER als neuen Wirtsrechner herangezogen und über ihn den 256 GB Stick neu erstellt. Dieser über den ACER neu erstellte Stick bootet nun ganz normal am ACER selbst, am Fujitsu wie auch auf dem Lenovo Rechner ohne die 3 Minuten Wartepause. Somit lag der Effekt nicht am Stick.

 

Mit einem Klick auf das Bild gelangen Sie zur Anleitung

 

Zusammenfassung:

Dieses Beispiel mit der openSUSE Variante zeigt exemplarisch, dass sich wohl jede aktuelle Linux Distribution auf einen USB 3.0 Stick größer-gleich 32 GB installieren und vernünftig betreiben lässt. Da hardwarespezifisch bestimmte Effekte nicht auszuschließen sind, wie sich ja hier bei dem Test gezeigt hat, muss man wohl mit verschiedenen Rechnern und ggf. auch Stick Herstellern etwas experimentieren. Aber das Ergebnis lohnt sich. Man kann eine komplette Linux Distribution mit allen persönlichen und sonstigen wichtigen Daten auf einem kleinen Medium z.B. am Schlüsselbund mit sich tragen, ohne noch zusätzlich ein Notebook mitführen zu müssen. Natürlich ist eine Verschlüsselung der home-Partition unumgänglich, da diese kleinen USB-Teile mal gerne verloren gehen können.

Weiterhin kann man mit diesem Stick auch Rechnerhardware vorab vor einem eigentlichen Linuxeinsatz auf "Herz und Nieren" prüfen. 

 

Anleitung:

Wer nun selbst Lust bekommen hat, sich selbst einen solchen LUNI Stick (Linux USB Native Install) zu erstellen, dem sei unsere kleine Anleitung empfohlen. Diese ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt worden, die Anwendung selbst erfolgt aber auf eigene Gefahr.

 

Have a lot of fun.

 

 

 


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